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Hallo liebe Freunde,
es klingt lächerlich, aber seit zwei Jahren suche ich die Ursache eines Klappern/Schlagens vorne eher links.
Es haben sich schon eine ganze Reihe von Mechanikern erfolglos auf die Suche begeben. Nichts. Auf dem Rüttelstand beim TÜV: nichts.
Koppelstangen neu (aus dem praktischen Koppelstangenspender  ), Querlenker und Traggelenke relativ neu, Gummis Stabi neu, Federn und Dämpfer gerade erst neu inkl. Domlager und Gummischalen. Radlager auch. Die Antriebswelle rechts ist neu, links allerdings original. Sollte jedoch meine ich andere Geräusche machen, falls defekt. Manschette intakt. Der Kleine ist von 2005, 58 PS, D7F, verzinkt und hat praktisch keinen Rost. 115.000 km. Reifen auch neu.
Heute habe ich festgestellt, dass die "Resonanzkasten" im Innern der Stoßstange sehr, sehr locker saßen. Ich dachte, damit hätte ich das Problem gefunden. Nee. Auch nach Befestigung exakt die gleiche Symptomatik. Wobei das Schlagen auch eher "aggressiver" klingt als von so einem leichten Plastikteil. Die Radhausschalen fallen auch raus, die sind einfach "zu leicht" und auch fest. Ein relativ heftiges Schlagen bei Buckeln. Das klingt wirklich ungesund. Und: Es ist wärmeabhängig. Bei kaltem Wetter ist nix. Bei Wärme denkt man wirklich, die Karre fliegt auseinander. Ich habe mehrfach das Auto auf der Bühne gehabt und alles, wirklich alles geprüft. Also auch alle erreichbaren Schraubverbindungen. Das Schlagen ist unabhängig von Last, unabhängig vom Bremsen, unabhängig von der Lenkung. Und es ist so deutlich, dass es wirklich unverständlich ist, dass auf der Bühne wirklich nichts zu finden ist.
Ist ja auch nicht ausgeschlossen, dass ich mit "billigen" Ersatzteilen den Fehler wieder eingebaut habe, aber dafür ist er zu genau an der gleichen Stelle und von gleicher Qualität/Intensität. Und das wundersame ist eben diese Temperaturabhängigkeit. Genau. Und die Intensität ist dann jeweils unverändert in zwei Jahren.
Hat jemand eine Idee?
Es macht mich wirklich sehr, sehr müde.
Danke!
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Was für eine Art Bühne hast du? Ich vermute eine wo das Fahrzeug an den Schwellern an/ ausgehoben wird. Prüf das nochmal mit einer Scherrenbühne, an der die Räder belastet bleiben und leg einen Drehstahl unter die Räder, um die Bewegung/ Überfahren einer Schwelle zu simulieren. Ich würde auf Verschraubung Federbeine oben tippen... prüf mal, wie viel Spiel da ist.
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Ja, normalerweise Zweisäulenbühne. Auf der Rüttelbühne beim TÜV steht das Fahrzeug ja mit Gewicht auf. Allerdings kann es sein, dass die Rüttelbühne zuwenig "Impuls" nach oben gibt, deswegen Probleme beim Ausfedern vielleicht nicht erkennbar sind.
Domlagerbereich schließe ich aus. Tatsächlich fühlen sich ausgeschlagene Domlager/Gummischalen genau so an. Ich hatte auch schonmal eine Überlagerung von "meinem" Poltern und defekten Domlagern, dann wird es ganz hässlich. Das Rad hat freihängend jedoch jetzt absolut null Spiel vertikal. Domlager und Schalen sind auch brandneu. Auch ist die Federbeinmutter oben mit dem Knattermann bis zu dem schönen "Ping, Ping, Ping" angezogen, das ist alles bombenfest, Null Spiel. Und wie gesagt: Mit der Montage der neuen Federbeine auch keine Änderung der Symptomatik.
Zur Anamnese: Ich habe das Fahrzeug seit vier Jahren, als erstes hatte ich damals die Stoßdämpfer vorne gewechselt. Vorne links "hing" der Kleine immer ein bisschen, der Abstand Kotflügel zu Reifenfläche ist links immer etwa 3 bis 4 cm weniger. Bei der Achsvermessung beklagte auch mal ein Mechaniker, dass der Nachlauf nicht stimmen würde, man ihn aber nicht einstellen kann. Das Hängen links hatte ich immer den Stoßdämpfern zugeschrieben. Jetzt habe ich ja neue Stoßdämpfer beidseitig eingebaut. Die linke Seite hängt immer noch tiefer. Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass der Kleine im Vorleben mal einen Detsch gekriegt hat.
Jetzt ist natürlich meine Sorge, dass mein Poltern wirklich ernste Ursachen hat, dass ein tragendes Teil beschädigt ist bzw. auch schon immer beschädigt war. Die Federbeinaufnahme oben ist aber absolut in Ordnung, das hatte ich sorgfältig geprüft.
Die Variante "Warten bis es schlimmer wird, dann findet man es schon" spiele ich jetzt ja schon zwei Jahre. Wie gesagt, im Winter bei Kälte ist das Problem vergessen, im Sommer z. T. heftig. HU 2-mal ohne Mängel.
Die Frage stellt sich, ob es Erfahrungen gibt mit "typischen" Problemen an tragenden Teilen. Oder welches Teil zu inspizieren wäre (und wie man da ran kommt), wenn man mal annimmt, dass der Kleine im Vorleben mal richtig eins auf das linke Rad gekriegt hat (weswegen es jetzt eben diese 4 cm tiefer sitzt).
OK, ich sehe jetzt gerade tatsächlich im Protokoll Achsvermessung, dass der Nachlauf links bei 0°05' ist, bei Fahrzeugdaten zwischen 0°50' bis 1°50'. Rechts im Soll mit 0°50'. Das ist das, was der Mechaniker meinte.
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Steht der Reifen zu weit hinten im Radhaus?
Dann ist der Achskörper krumm, hatte ich auch mal nach Unfall.
Kann man richten.
Oder man ersetzt den.
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Links steht 1 cm weiter hinten. Erklärt aber denke ich nicht dieses Schlagen. Das besondere ist ja, dass es bei Kälte nicht da ist. Deutet ja auf Elastomer o. ä. hin. Was ist denn mit dem Motorlager links, das am Getriebe? Ist das so einfach zu tauschen wie das grosse rechts? Wäre ein Versuch. Gibt es da verschiedene Versionen? Das grosse rechts gibt es ja in unterschiedlichen Ausführungen.
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Das Lager ist leicht zu tauschen. Das Getriebe mit eine Wagenheber abstützen und dann raus damit. Unbedingt darauf achten, dass du alle Schrauben wieder rein machst, einige Experten hier haben da schon Schrauben vergessen und dann hat sich das Lager an der Metallplatte zerrissen, das macht dann natürlich ordentlich Geräusch - aber definitiv temperaturunabhängig.
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Wenn die Räder nicht auf einer Höhe stehen, dann wechsele bitte den Achsträger.
Mein Kollege hat das zu weit hinten stehende Rad gegen das Radhaus abgestützt mit einem Wagenheber wieder nach vorne gedrückt.
Würde ich an deiner Stelle so machen.
Ich habe eine Kette am Lenker festgemacht und bin rückwärts gefahren.
Empfehle ich nicht, weil das Gefühl dabei fehlt und es entweder zu wenig oder zuviel ist.
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Ja, Achsträger austauschen/richten ist sicher eine gute Idee. Wäre aber Step 2 oder 3, denn ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das die Ursache von dem temperaturabhängigen Schlagen ist. Auch ist die Fehlstellung "schon immer" da, das Schlagen aber "erst" seit zwei Jahren.
Ich war auch noch einmal auf die Schnelle bei Atschuh! für eine Fahrwerksprüfung, ohne Ergebnis.
Das Motorlager links ist bestellt, ich werde berichten was sich ergibt. Es erscheint mir sehr, sehr logisch, denn diese Temperaturfühligkeit des Schlagens passt zu einem praktisch platten Gummi. Eher dagegen spricht ja, dass sich keine Motorvibrationen auf die Karosserie übertragen, zumindest nicht spürbar. Aber vielleicht gibt es da auf der Getriebeseite eh nicht so viel Vibrationen, die sich übertragen könnten. Mein plattes Motorlager rechts vor vier Jahren hatte ja dazu geführt, dass sich der Kleine beängstigend durchschüttelt wie eine Rüttelplatte.
Wie gesagt, ich werde berichten.
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Wie sieht denn das Lager aus? Der typische Fehler/ Verschleiß an diesem Lager ist, dass der Bogen in den das Gummi einvulkanisiert ist unterrostet und das Gummi dann lose in dem bogenliegt. Da das durch die Schwerkraft aber immer nach unten gedrückt wird, macht das praktisch wenig Ärger. Da das Lager im Spritzwasserbereich des linken Rades liegt, sind eigentlich alle Twingos davon betroffen.
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Ich hatte damals in Kurven beim Beschleunigen ein sehr lautes rhytmisches Klopfen, hat lange gedauert bis ich gemerkt habe, dass es an den Motorlagern liegt.  Da lag es aber mehr an der beifahrerseitigen Motorlagerung, da konnte man den Motor komplett ausheben, das war garnicht mehr miteinander verbunden. Das getriebeseitige Lager war zudem noch komplett abgelöst.
Viel mehr sollte es dann auch nicht an Möglichkeiten geben. Lambdasonde gegen Karosserie hatte ich auch schon, aber das ist wohl eher Spezialfall durch meine angefertigte Abgasanlage.
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 Als ich das alte Lager heute in der Hand hatte, war eigentlich schon klar, dass es das nicht sein kann. Sah nämlich ziemlich gut aus, Gummi minimal rissig, ziemlich weich. Aber eben nicht ganz weg, sodass Metall auf Metall liegt. Das Lager war leicht zu tauschen.
Eine echte Probefahrt mit dem neuen Lager bei eher hohen Temperaturen steht noch aus, aber so wie es sich eben angefühlt hat, war das nicht die Ursache.
Ich warte jetzt mal auf eine Gelegenheit, dass bei warmen Außentemperaturen jemand die Karre mit offener Motorhaube über eine Holperstraße fährt und ich dann mit dem Fahrrad nebenher fahre. Ich habe eigentlich nur eine Holperstrecke, wo das Symptom zuverlässig reproduzierbar ist. Vielleicht interessant: Es geht bergauf, wenn auf moderat.
Mit der "Temperaturfühligkeit" des Schlagens (Symptom nur bei warmen Außentemperaturen) war ich ja auf der Spur Elastomer. Ich dachte gerade, könnte ja auch Metall sein, was sich bei Wärme ausdehnt und dann irgendwas auslöst. Aber bei den "kleinen" Bauteilen sind die Ausdehnungen denke ich sehr, sehr minimal. Aber vielleicht hat ja dazu noch einmal jemand eine Idee.
Irgendwas im "Innern", Motor oder Getriebe, ist meine ich auch auszuschließen, da es völlig unabhängig von Last ist.
Ich bin... sagen wir mal mittelmäßig erheblich frustriert.
Was ist denn mit dem Stützlager hinten unten? Denke ich gerade dran, wegen des Bergauffahrens.
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Schau halt, wie stark sich der Motor neigt, wenn du anfahren willst. Am besten mit angezogener Handbremse. Brauchst du einen zweiten Mann dazz. Einer fährt an, einer schaut. Passt auf, dass ihr euch nicht gegenseitig überfahrt. Das Drehmomentstützlager geht schon mal eher und häufiger kaputt als das getriebeseitige Lager. Lässt sich wegen seiner Position doof wechseln, geht aber auch mit etwas geschick und gefluche.
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Was ist denn mit der Antriebswelle? Eigentlich ist die linke Antriebswelle das einzige Teil, was nicht neu ist. Sollte ja eigentlich mahlen, aber wer weiss. Würde auch zu der Temperaturabhängigkeit passen. Bei Wärme wird das Fett halt flüssiger und "dämpft" weniger. Das Schlagen ist eben auch nicht unter Last. Hätte etwas Bammel davor, die zu tauschen. Rechts fand ich ja einfach, aber links scheint es ja schwieriger zu sein.
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Musst du Getriebeöl ablassen und wieder auffüllen, ansonsten auch nicht schwieriger als die Beifahrerseite.
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