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Bremsenwechsel fehlgeschlagen!
#1
ZZTwingo1 
Erstmal vorweg: Ich weiß, dass man bei den Bremsen nicht leichtfertig arbeiten sollte, und mir ist auch bewusst, dass ich mir dafür wahrscheinlich einen richtigen Mechaniker suchen sollte.
Trotzdem würde ich gerne verstehen, was ich falsch gemacht habe bzw. ob mir irgendeine wichtige Information gefehlt hat. Deshalb würde ich gerne einmal von Anfang an erklären, was ich gemacht habe.
Ich habe einen Twingo 1 Phase 2, Baujahr 1998. Beide Bremsscheiben vorne sind komplett verschlissen und auch die Bremsbeläge müssen erneuert werden.
Nach längerer Recherche habe ich dann die passenden Bremsbeläge und neue Bremsscheiben gefunden. Es handelt sich um 238-mm-Bremsscheiben aus Gusseisen mit einer Dicke von 12 mm. Die neuen Bremsbeläge sind 18,2 mm dick.
Zuerst habe ich den Wagen natürlich mit einem Wagenheber angehoben und auf Unterstellböcke gestellt. Danach habe ich die Räder abmontiert. Dabei ist mir bereits aufgefallen, dass mir ein 18-mm-Aufsatz für meine Knarre fehlt. Die Bremsscheiben konnte ich deshalb gar nicht wechseln und habe es auch gar nicht erst versucht.
Ich dachte mir allerdings, dass ich zumindest die Bremsbeläge wechseln könnte und die Bremsscheiben dann ein paar Tage später machen würde. Den Wagen hätte ich in dieser Zeit natürlich nicht bewegt.
Also bin ich zunächst der Anleitung aus dem Handbuch gefolgt, habe eine Schraube der Bremssattelführung gelöst und den Bremssattel nach oben geschwenkt. Anschließend habe ich die alten Bremsbeläge herausgenommen und die neuen eingesetzt. Den Bremskolben habe ich ebenfalls zurückgedrückt.
Als ich den Bremssattel anschließend wieder herunterklappen wollte, trat das erste Problem auf: Er ließ sich nicht mehr weit genug herunterklappen, um ihn wieder festzuschrauben. Er lag quasi auf dem Teil mit der Gummimanschette auf (den genauen Namen weiß ich leider nicht mehr).
Daraufhin habe ich zunächst wieder die alten Bremsbeläge eingebaut. Damit ließ sich der Bremssattel wieder problemlos schließen.
Nach diesem ersten Fehlschlag wollte ich den Versuch erstmal abbrechen und recherchieren, was ich falsch gemacht haben könnte. Also habe ich die Räder wieder montiert und den Wagen heruntergelassen.
Dabei fiel mir das nächste Problem auf: Beim Ablassen des Wagens bemerkte ich, dass auf der gegenüberliegenden Seite eine Flüssigkeit ausgetreten war. Nach dem Öffnen der Motorhaube war relativ schnell klar, dass es sich um Bremsflüssigkeit handelt. Sie war aus dem Bremsflüssigkeitsbehälter ausgetreten, bis zum linken Rad gelaufen und dort schließlich abgetropft.
Der Wagen wird jetzt erstmal nicht mehr bewegt. Falls sich nicht plötzlich eine Lösung für all meine Probleme ergibt, werde ich ihn wahrscheinlich abschleppen lassen müssen.
Ich würde mich trotzdem sehr freuen, wenn mir jemand erklären könnte, was ich hier falsch gemacht habe bzw. warum der Bremssattel mit den neuen Belägen nicht mehr herunterging und warum anschließend Bremsflüssigkeit aus dem Behälter ausgetreten ist.
Falls irgendwo etwas unklar beschrieben ist, fragt bitte einfach nach.
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#2
ZZTwingo1 
Kleiner schneller Nachtrag. Ich bin soeben auf ein tolles yt Video gestoßen was mein Problem lösen könnte. Der Gleitbolzen scheint einseitig korrodiert zu sein und geht deshalb nichtmehr rein und raus.Sollte ich den komplett tauschen oder reicht reinigen und einfetten?
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#3
Standardfehler.
Versuche ihn erstmal gängig zu machen und zu fetten.
Den Schritt Bolzen tauschen kannst du gleich überspringen.
Wenn, dann den Rahmen tauschen.
Nicht den Sattel.
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#4
ok super, danke für die Antwort erstmal. Fett ist schon bestellt, mal sehen ob es klappt. Muss ich mir wegen der Bremsflüssigkeit noch sorgen machen oder ist das "normal" das der behälter überlaufen kann? War schon bis zur Max Markierung gefüllt deswegen hat da wahrscheinlich nicht viel gefehlt bis zum überlaufen
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#5
Wer Bremsflüssigkeit nachfüllt ist ein Trottel.
Ist der Stand niedrig, dann wechselt man die Beläge oder sucht das Leck.
Sauge bitte vorher ab, Bremsflüssigkeit zersetzt Lack.
Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen
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#6
ZZTwingo1 
ok alles klar, dann sollte da erstmal alles passen. Flüssigkeitsstand ist fast bei maximum und auch über die letzten Wochen nicht abgesunken. Es scheint einfach nur ein bisschen was übergelaufen zu sein weil ich den Bremskolben reingedrückt habe. Da muss der Vorbesitzer etwas zu viel Bremsflüssigkeit rein gemacht zu haben. (hab den Wagen erst seit ca einem Monat) Ich werde mal gucken wie es nach dem wechsel der Beläge aussieht und ob ich eventuell ein wenig absaugen muss.
Vielen Dank nochmal für die Aufklärung, hat sehr geholfen ?
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#7
Erstmal ist es normal, dass wenn man den Bremskolben zurück drückt, die Bremsflüssigkeit im Behälter ansteigt. Irgendwo muss die Flüssigkeit ja hin. Und zweitens kann es auch sein, das der Vorbesitzer die Bremsflüssigkeit hat wechseln lassen. Mit mittelmäßig abgefahrenen Bremsen wird die Werkstatt den Behälter eben bis Max füllen. Wichtig noch hinzuzufügen: die Führungen in denen die Bremsbeläge gleiten schon sauber machen, sonst klemmt und quietscht es später. Auch die Auflagefläche wo die Bremsscheiben anliegen sauber machen.
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#8
Es muss einmal gesagt werden:

Ihr seid wohl alle nicht mehr ganz bei Trost!

Einer schraubt an sicherheitsrelevanten Teilen herum und gibt auch noch zu davon überhaupt keine Ahnung zu haben.

Sein Nichtwissen ergänzt er mit tollen Tipps aus u.a. YouTube von genau den gleichen Nullingern.

Dann kommen hier noch ein paar, ach so gute Tipps dazu und fertig ist ein Todesrisiko für den Nullinger und alle anderen auf der Strasse.

Wenn dann was passiert und irgendjemand ist zu Tode oder enormen Schaden gekommen, und ein Gutachter samt engagierten Anwalt kommen darauf, hier wurde gepfuscht und aus dem Forum kamen auch noch Tipps, dann möchte ich nicht in Eurer Haut stecken.

Wenn bei Nullinger nichts zu holen ist, vielleicht kann man ja einen Tippgeber mit anklagen.

Aber wird schon gutgehen.

Einer, den ich für ziemlich clever hier im Forum halte, schreibt bei seinen Tipps IMMER (sinngemäß) mit dazu, dass bei Anwendung seiner Tipps technisches Können, Kompetenz, sowie fachliche Zulassung vorausgesetzt werden, ansonsten er keine Haftung übernimmt.

Ich bin mit Gesellen- und Meisterbrief vom Fach und meine Tipps beschränken sich auf das Nachfüllen von Waschwasser.
qui reversus est

Geteiltes Wissen ist mittlerweile doppelte Arbeit
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#9
Alles was man im Leben macht macht, macht man auf eigene Verantwortung.

Der gute Punkt an der Bremskonstruktion ist der, dass die Bremsen so konstruiert wurden dass sie immer funktionieren wenn man nicht irgendwelche Teile komplett weg lässt.
Dennoch soll man da nur mit Verstand dran gehen.
Und das Festbremsen nach dem Wechsel und VOR Fahrtantritt nicht vergessen.
Von daher, wird schon gut gehen.
Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen
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#10
Ja, das ist ein zweischneidiges Schert. Der Junge hat gerade Abi und fängt an zu schrauben. Toll, dass sich noch jemand dafür interessiert und was selber machen will. Wir können ja nicht nur Theoretiker und Influencer ausbilden in dem Land. Und er fragt ja auch nach, wenn er was nicht verstanden hat.
Wir haben alle iregndwann mal angefangen und es ist auch bei uns nicht immer alles beim ersten Mal geglückt. Aus Fehlern lernt man. Und zum Glück ist nicht jeder Fehler schwerwiegend.

Auf der anderen Seite: Klar, wenn was passiert, wird ein Schuldiger gesucht. Und da nutzen dann auch keine guten Vorsätze was.
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#11
Also mal ganz ehrlich… müssen wir jetzt von jedem Nutzer einen Lebenslauf verlangen, damit wir beurteilen können ob der jenige welche auch wirklich die Kompetenz hat, an seinem Auto zu schrauben?
Er gibt ja seine Fehler zu. Und Fehler sind mbmn dazu da, um daraus zu lernen. Jeder der über ein gewisses handwerkliches Geschick verfügt, wird wohl selbst beurteilen können, ob er sich das zutraut oder nicht. Alle anderen werden sowieso die Finger von der Bremsanlage lassen (hoffentlich). Aber das können wir hier nunmal nicht beurteilen.
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Es bedanken sich: Broadcasttechniker , handyfranky
#12
ZZTwingo1 
Um das noch einmal klarzustellen: Mir ist bewusst, dass man an der Bremsanlage nicht einfach leichtfertig herumschraubt und darauf hofft, dass es funktioniert. Genau aus diesem Grund habe ich mich im Vorfeld ausführlich darüber informiert, worauf man achten muss und wie der Wechsel durchgeführt wird.

Nach Wochenlanger Recherche und viel Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich mir diese Arbeit zutraue. Die Bremse ist selbstverständlich das wichtigste sicherheitsrelevante Bauteil eines Autos, gleichzeitig ist der Wechsel der Bremsen meiner Einschätzung nach nicht übermäßig kompliziert, solange man sorgfältig arbeitet und nichts dem Zufall überlässt. 

Ich bin mir der Verantwortung, die ich dabei nicht nur mir selbst, sondern auch anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber trage bewusst. Sollte ich mich während oder nach dem Wechsel der Bremsen auch nur im geringsten unsicher fühlen oder nicht zu 100% davon überzeugt sein, dass ich alles richtig gemacht habe, wird das Auto zur Werkstatt geschleppt.

(Das Auto wird in jedem Fall von einem Mechaniker überprüft, einen Termin habe ich schon)
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Es bedanken sich: handyfranky , quaelgeist


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