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Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am 1.2 16V/ D4F 702
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esgey Offline
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Beitrag #1
Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am 1.2 16V/ D4F 702
Ergänzungen eingepflegt 14.07.2019

Da mich dieser Job etwas überrascht hat und ich bisher auch keine gute Beschreibung dazu gefunden habe, dachte ich mir ich schreibe meine Erfahrungen dazu mal auf.
Somit kann sich ein erfahrener Schrauber drauf einstellen, dass es länger dauern wird und der Novize verliert evtl. die Angst vor dem Job.
Dieser Erfahrungsbericht gilt für den D4F 702 mit der versteckten Drosselklappe, nicht für den D4F 708, der ist etwas einfacher.

Erfahrungsgemäß dauert der Wechsel einer Ventildeckeldichtung ca. eine halbe Stunde.
Das sage ich vor dem Hintergrund 12jähriger Autoschrauberei inklusive diverser Motorumbauten und Sonderanfertigungen.
Der Löwenanteil der halben Stunde entällt normalerweise auf's Bier trinken...
Beim D4F habe ich (für das erste Mal) knapp 4h Stunden gebraucht -soviel wie normalerweise für einen Zahnriemenwechsel drauf geht- und musste das zweite Bier nach getaner Arbeit austrinken.
Wenn man das öfter schon getan hat geht das sicher in 2h, einfach weil man weiß wo es gerade wieder klemmt.

Aber fangen wir an...
Job1 ist bei mir immer, Bilder machen vom Ausgangszustand, nachdem die Abdeckung weg ist.
Im Laufe des immer weiter Freilegens löst man nämlich immer mehr und legt es weg, als man anfangs noch denkt.
Hinterher vergisst man dann was, oder weiß nicht mehr wie es war.
   

Als erstes wird das Saugrohrmodul entfernt. (Ja richtig, das muß weg!)
Dazu oben die 4 E10 Torx-Schrauben lösen (eine 6.5mm Sechskantnuß geht auch) und dann die 8 Bolzen an der Vorderseite mit einer SW10 Nuß und diversen Verlängerungen/Kreuzgelenk.
Kerzenstecker versteht sich von selbst. Genauso der Schlauch zum Aktivkohlefilter/Tankentlüftungsventil.

Wenn das Modul gelöst ist, lässt es sich leider nicht einfach entnehmen.
An der Rückseite des Ventildeckels hängt das Motorsteuergerät. Dessen beifahrerseitiger Stecker muß ab.
Dazu den grauen Bügel vollständig umklappen und dann den Stecker nach oben abziehen.
Desweiteren den Stecker vom Zündmodul, den vom Ansauglufttemperatursensor? (der hinten oben drauf).
Jetzt noch beifahrerseitig das weiße Kabel nach hinten hinter den Kopf verfolgen und hier den Kondensator mit einer SW10 Schraube vom Kopf lösen.
Um noch mehr Platz zu gewinnen, habe ich den Bügel zum Anhängen des Motor smit zwei SW13 Bolzen auch abgenommen und den Kabelsatz vom Saugmodul ausclipst.
Erst dann ließ sich die Sauge Richtung Fahrerseite weg drehen/klappen.
Natürlich klemmt es dabei an allen Ecken und Enden, aber schlußendlich geht es gewaltfrei weg.
       

Jetzt liegt der Ventildeckel frei.
In dem großen Kasten wird zum Einen das Steuergerät mit der Ansaugluft gekühlt und auch das Öl aus der Kurbelgehäuseentlüftung abgeschieden.
Das läuft dann in das Unterteil vom Luftfilterkasten, da kann man schonmal Papier deponieren. Wink
Desweiteren findet sich hier noch ein völlig verhärteter Dichtring (Teil Nr.16, OE NR 77 01 062 386, danke handyfranky und panman), den ich beim nächsten Mal erneuere, da ich jetzt erst von ihm weiß.
Weiter unten hat handyfranky die Problematik mit der verstopften Kurbelgehäuseentlüftung gut bebildert beschrieben.
Die große rechteckige Dichtung (OE NR 77 01 049 890) sollte man auch mit ordern, da war ich aber zu geizig zu.
   

Als nächstes kommt das Zündmodul weg, das stört beim Ausbau und ist mit 3x TX30 auch schnell entfernt.

Jetzt kommen wir erst zum Eigentlichen, dem Ventildeckel.
An der Rückseite muß noch der fahrerseitige Stecker vom Steuergerät ab.
Dann geht es an die Bolzen...Vorsicht, die sind nur ein paar Millimeter kürzer als die von der Sauge und haben auch sonst die selbe Schlüsselweite etc.
Dafür ist der Kopf oben dezent anders ausgeprägt, daran lassen sie sich unterscheiden.
Die vordern Bolzen sind offensichtlich!
Beim Zündmodul sind zwei lange Bolzen und ganz versteckt im hinteren Eck ein normal langer Bolzen!
Die anderen Bolzen verstecken sich alle im Kasten, das erkennt man an den Ausformungen.

Auch der Ventildeckel muß mit etwas Fingespitzengefühl heraus gedreht werden.
Danach erfolgt erstmal eine Reinigung. Bei mir hat's 2 Flaschen Bremsenreiniger gebraucht.
   

Jetzt kann man sich mit den eigentlichen Dichtungen herum ärgern.
Für die Sauge gab's neue originale Dichtungen. Das orange Material ist normal immer FPM, welches sehr hochwertig und beim nächsten Mal auch wiederverwendbar ist.
   

Die Hauptursache für die Undichtigkeit dürften die Kerzenschachtdichtungen gewesen sein. Die sollten immer neu! Das EPDM Gelumpe wird hart wie Plastik.
Um sie zu entfernen hat's ein Sägeblatt und viel Fingerspitzengefühl gebraucht.
Wenn man den Deckel ansägt, wird der eher nicht mehr dicht!!
Deckeldichtung war auch aus dem Zubehör. Die alte Dichtung wurde schonmal von jemandem kunstvoll mit Silikondichtmittel eingesetzt.

Ergänzung von User panman:
D4F702: VDD 77 01 049 888, Alternativ z.B. Elring: 194 020
D4F708: VDD 77 01 059 314, Alternativ z.B. Elring: 522 950
4 x Dichtung Ansaug 77 01 473 007, Alternativ z.B. Elring 223 020


Ich habe für die Ecken etwas von dem blauen, dauerplastischen Dichtmittel benutzt. Gibt's von Reinz, Dirko, Würth und anderen...
Das Zeug habe ich auch auf die Kabeldurchführung zur Drosselklappe geschmiert (dünn!), und auf die rechteckige Dichtung, für die ich zu geizig war.
       

Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge!
Die Stecker vom Steuergerät muß man erst über den Deckel lupfen, bevor man den festschraubt.
Den Kondensator an der Rückseite des Kopfes nicht vergessen!
Ich hatte keine Probleme mit der Wegfahrsperre nach dem Ausstecken des Steuergerätes, heißt aber nicht, dass das allgemeingültig ist.
Generell gebe ich hier nur meine Erfahrungen wieder, übernehme also keinerlei Verantwortung für Fehler an Euren Autos, ne! Wink

Er fährt wieder und ist trocken!
   
13.07.2019 19:46
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Beitrag #2
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am D4F/1.2 16V
Das steht bei mir nächste Woche an. Meiner riecht im Stand nach verbranntem Öl.
13.07.2019 22:40
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esgey Offline
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Beitrag #3
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am D4F/1.2 16V
War hier genau das selbe...
14.07.2019 01:27
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handyfranky Offline
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Beitrag #4
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am D4F/1.2 16V
Sehr gut beschrieben u gute Fotos. Ich hab das letztes Jahr auch hinter mir gebracht, weil die Kiste nur auf 3 Pötten lief. Da war auch schon jemand dran, hatte die Ansaugbrücke auch abgebaut u nach rechts geklappt, dabei ist die elek. Anschlußbuchse des Einspritzventils vom1.Zylinder angebrochen, also aufpassen beim Wegklappen der Ansaugbrücke.
[Bild: twingo-14071232-ZQb.jpg]


Die runde abgeschrägte Dichtung die hier hineingehört muß zwingend neu wenn sie ausgehärtet ist, 25€ fast nur bei Renault zu bekommen, wenn die alte Dichtung drin bleibt, wird der Ventildeckel feucht u Öldämpfe treten aus.
[Bild: twingo-14071152-vzu.jpg]

[Bild: twingo-14071053-EgP.jpg]

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14.07.2019 06:13
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esgey Offline
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Beitrag #5
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am D4F/1.2 16V
Sehr gut, auf diese Ergänzung hatte ich gehofft.
Das ist genau die runde Dichtung, welche ich gerne ersetzt hätte.
Leider weiß ich erst von ihrer Existenz, seit ich alles zerlegt hatte.
Dann weiß jetzt zumindest jeder, der das mal via Google findet, was er alles braucht.
Dafür ist ein Forum da!
14.07.2019 07:07
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handyfranky Offline
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Beitrag #6
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am D4F/1.2 16V
Stimmt, ja leider gibbet die ja fast nur bei Renault, Zubehörläden Amazon und ibäh no chance,
[Bild: twingo-14100648-uDg.jpg] Quelle, Google

die 4 Häuschendichtungen hab ich in der Bucht für 16€ gebuchtet Wink Man sieht gut, alt gegen neu.
[Bild: twingo-14101223-Vcy.jpg]


diese Bohrung muß ebenfalls frei gemacht werden, NICHT mit Druckluft arbeiten, 1.5mm Bohrer u Bremsenreiniger verwenden!!
[Bild: twingo-14101602-PHD.jpg]
Quelle, hier aus dem Forum.

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14.07.2019 09:02
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panman Offline
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Beitrag #7
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am D4F/1.2 16V
Sehr gute Beschreibung und Bebilderung!

Als Ergänzung erlaube ich mir anzuführen, dass der D4F708 nicht so aufwändig bei der Demontage ist.

Hier noch die Teilenummern für die unterschiedlichen Motoren

D4F702: VDD 77 01 049 888, Alternativ z.B. Elring: 194 020
D4F708: VDD 77 01 059 314, Alternativ z.B. Elring: 522 950
4 x Dichtung Ansaug 77 01 473 007, Alternativ z.B. Elring 223 020

Grüsse
14.07.2019 09:28
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esgey Offline
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Beitrag #8
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am D4F/1.2 16V
Sehr gut Jungs, das rockt!
Der Gedanke mit dem anderen D4F kam mir auch vorhin... Wink
Super detaillierte Ergänzung panman.

@handyfranky
Im Ersatzteilkatalog finde ich den oben angeführten Dichtring "77 01 062 386" für den D4F702 leider nicht!
In welcher Zeichnung versteckt der sich?
14.07.2019 17:57
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handyfranky Offline
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Beitrag #9
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am D4F/1.2 16V
Den hatte ich nach dessen Einbauort beschrieben, bei Renault bestellt, der gute Mann hat den in seinem Rechner gefunden.

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14.07.2019 18:11
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esgey Offline
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Beitrag #10
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am D4F/1.2 16V
Ich füge mal alle Eure Ergänzungen oben noch mit ein, dann haben wir alles im ersten Beitrag.
14.07.2019 18:16
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panman Offline
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Beitrag #11
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am 1.2 16V/ D4F 702
Link zum Dichtring "77 01 062 386" im ETK, Teil Nr. 16

KLICK
15.07.2019 03:48
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hti Offline
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Beitrag #12
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am 1.2 16V/ D4F 702
Hier gibt es die Dichtung für für 13,55.
https://www.der-ersatzteile-profi.de/art...g-a1038247


Habe ich bei mir drin. Wenn man noch die anderen Dichtungen kauft und über 29 Euro kommt, ist es versandfrei.
Sie haben nicht alle Dichtungen.

Habe es genauso machen müssen im Februar und er ist seit 10.000km trocken.
Ich habe alle getauscht auch die der Steuergeräte zur Ansaugbrücke.

(Der Luftfilterkasten und der ganze innere Ansaugbereich waren voller Öl und er schwitzte es zu den Dichtungen raus)
http://www.twingotuningforum.de/thread-40335.html
(14.07.2019 09:02)handyfranky schrieb:  Stimmt, ja leider gibbet die ja fast nur bei Renault, Zubehörläden Amazon und ibäh no chance,
[Bild: twingo-14100648-uDg.jpg]
02.08.2019 17:01
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panman Offline
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Beitrag #13
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am 1.2 16V/ D4F 702
(02.08.2019 17:01)hti schrieb:  Hier gibt es die Dichtung für 13,55.
https://www.der-ersatzteile-profi.de/art...g-a1038247

Ganz grosses Dankeschön hti - dort habe ich jetzt auch ein Konto!!
01.10.2019 17:41
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Beitrag #14
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am 1.2 16V/ D4F 702
Einer der Angestellten (ist ne Sie) ist übrigens hier im Forum aktiv.

Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen
01.10.2019 18:29
Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden Mein Twingo Diese Nachricht in einer Antwort zitieren nach oben
panman Offline
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Beitrag #15
RE: Erfahrungsbericht: Ventildeckeldichtung wechseln am 1.2 16V/ D4F 702
Gestern habe ich die VDD vom 702er gewechselt, samt den 4 Dichtungen ansaugseitig und der großen rechteckigen Dichtung on the top.

Dank der guten Beschreibung ist es relativ einfach, man sollte das Kabel vom Öldruck von unten abschrauben (SW13) da kommt man gut hin.

Heute morgen fand ich dieses Teil auf dem Boden, der ETK gibt dazu nichts her, deswegen die Frage: gehört das zum Twingo?

[Bild: twingo-09124803-gAU.jpg]

[Bild: twingo-09125358-4Nd.jpg]

das Gummiteil ist ca. 15 mm x 10 mm groß

Vielen Dank.
09.10.2019 11:54
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